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>>   Migration, Kultur und Identität

Kurztext

wissenschaftliche Fachtagung zu Identitätsbildungsprozessen und die gegenseiteige Beeingflussung von Mehrheits- und Minderheitenkultur

Datum

30. Juni - 1. Juli

Ort

Trier, VHS

Zeit

30. Juni – 1. Juli 05

Veranstalter

Heinrich Böll Stiftung RLP/Institut für Regional- und Migrationsforschung (IRM)

Text

Programm:

Donnerstag, 30. Juni 2005

14:00
Begrüßung und Tagungseröffnung
Thomas Geisen, IRM und Universität Zürich, Schweiz
Tippawan Duscha, Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz

14:15 – 16:00
Moderation: Katrin Kraus, IRM und Universität Zürich, Schweiz
§ Prof. Dr. Sylvia Hahn, Universität Salzburg, Österreich: Migration, Kultur und Identität. Historische Perspektiven und aktuelle Relevanz
§ Dr. Christine Riegel, Universität Fribourg, Schweiz: Subjektive Verortungen im Spannungsfeld von Integration und Ausgrenzung

16:30 – 18:00
Moderation: Dr. Ane Kleine, IRM und Universität Trier
§ Dr. Roger Green, University of Heartfortshire, UK: ‚Marginal Inclusion’. Issues from the community level in building a socially cohesive Europe
§ Julia Bernstein, Universität Frankfurt: Identitätskonstruktionen jüdischer ImmigrantInnen durch materielle Kultur am Beispiel von Lebensmittelkonsum

19:30
§ Ausstellungseröffnung:
„migrations & cuisines: sushi mat gaardebounen a bacalhau“
Antoinette Reuter, Centre de Documentation sur les Migrations Humaines,
Düdelingen (Lux.)
§ Musik: Mannijo – das sind Jo Nousse und Manfred Pohlmann mit „Lidder iwer d’Grenzen/ Chansons transfrontières/ Lieder über die Grenzen!“




Freitag, 01. Juli 2005

9:00 – 10:30
Moderation: Dr. Ane Kleine, IRM und Universität Trier
§ Dr. Christel Baltes-Löhr, IRM und Universität Luxemburg: Migrationen und Identitäten im Spannungsfeld erkenntnistheoretischer Perspektiven
§ Prof. Dr. Ursula Boos-Nünning, Universität Duisburg-Essen: Ethnizität und psychische Gesundheit von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund

11:00 – 12:30

Workshop A: ‚Jugend und Migration’
Moderation: Yasemin Ahi, IRM, Aachen
§ Juan Carlos Losada Santana, Gesamthochschule Wuppertal: „Doing ethnicity“ – Migrantenkinder als kulturelle Akteure
§ PD Dr. Josef Held, Universität Tübingen: Zur Integration von Migrantenkindern in Baden Württemberg und Kalifornien


Workshop B: “Community und Migration”
Moderation: Claude Wey, Centre de Documentation sur les Migrations Humaines, Düdelingen (Lux.)
§ Monika Mária Váradi/ Judit Gulyás, Institut für Regionalforschung der UAW, Budapest/ Ungarn: Multikulturelles Paradies oder ethnisches Konfliktfeld? Deutsche, Slowaken, Romas und Ungarn in einer vorstädtischen Gesellschaft
§ Rebecca Pinto, University of Heartfortshire, UK: Fragmented Communities: Building Community Cohesion in the UK

Workshop C: „Multikulturalismus und/ oder Interkulturalität in Migrationsprozessen“
Moderation: Tippawan Duscha, Heinrich Böll Stiftung RLP
§ Thomas Geisen, IRM und Universität Zürich, Schweiz: Kultur und Identität. Zum Problem der Thematisierung von Gleichheit und Differenz in Migrationsprozessen
§ Prof. Dr. Sinan Özbek, Kocaeli Üniversitesi, Türkei: Über Assimilation

12:30 – 14:00 Mittagspause

14:00 – 16.00

Workshop A: „Jugend und Migration“
Moderation: Yasemin Ahi, IRM Trier, Aachen
§ Van Tien Tran, Aachen: Identitätsarbeit und Migration – Vietnamesische Jugendliche in Deutschland
§ Claus Melter, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg: „Wenn du mich gefragt hättest, hätte ich es dir erzählt.“ Rassismuserfahrungen und Zugehörigkeitsfragen in der Jugendhilfe
§ Hilde van Schaeren, Hogeschool Zuyd, Maastricht, NL: In Search for Esteem and Respect – An Investigation of Identity Building Processes with Pupils from a Secondary School in Maastricht

Workshop B: “Community und Migration”
Moderation: Claude Wey, Centre de Documentation sur les Migrations Humaines, Düdelingen (Lux.)
§ Dr. habil. Waldemar Vogelgesang, Universität Trier: Importierter Puritanismus. Das Beispiel einer Baptistengemeinde zugewanderter Spätaussiedler
§ Dr. Katalin Járosi, IRM, Universität Trier und Péce, Ungarn: Politik der Regionalität im Spiegel der spätmodernen West-Ost-Migration: eine Fallstudie über Westeuropäer in der ungarischen Provinz
§ Dr. Altay A. Manço, IRFAM und Université de Liège, Belgien: Politik und Praxis von Integrationsmaßnahmen für junge EinwanderInnen in der Wallonie/Belgien

Workshop C: „Multikulturalismus und/ oder Interkulturalität in Migrationsprozessen“
Moderation: Prof. Dr. Christoph Antweiler, Universität Trier
§ Muharrem Açikgöz, Aachen/ Trier: Multikulturalismus und Anerkennung: eine aktuelle Debatte
§ Prof. Dr. Rudolf Leiprecht, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg: Differenzlinien Zusammendenken: Geschlecht, Ethnie, Klasse etc.

16:30 – 18:00 Uhr
Moderation: Dr. Ulla Peters, IRM und Universität Luxemburg
§ Dr. Mark Terkessidis, Köln: Was MigrantInnen zweiter Generation über
Rassismus wissen
§ Abschlussdiskussion


AUSSTELLUNG
vom 30. Juni bis zum 31. Juli 2005
in der VHS-Trier, Palais Walderdorff
Öffnungszeiten: Mo, Di, Fr 12-17 Uhr, Mi 9-13 Uhr, Do 12-19 Uhr

„migrations & cuisines: sushi mat gaardebounen a bacalhau“

Ausstellungseröffnung:
Donnerstag, 30. Juni 2005, 19.30
in der VHS-Trier, Palais Walderdorff

Die Ausstellung des Fotografen Bruno Baltzer geb. 1965 in Vaison-la-Romaine, Frankreich) und der Journalistin Paca Rimbau geb. 1959, Granada, Spanien) nähert sich in aussergewöhnlicher Weise der Küchenvielfalt im multikulturellen Luxemburg. Bruno Baltzer versucht in facettenreichen, fast kubistisch gestalteten Fotos den Geheimnissen der Köchinnen und Köche auf die Spur zu kommen. Paca Rimbau begleitet seine Bilder mit einer Kollage in der Interviews und Kochrezepte zu einer harmonischen Einheit verschmelzen. Die Ausstellung wurde 2003 vom „Centre de Documentation sur les Migrations Humaines“, Düdelingen (Luxemburg) erstellt.

Migrationsprozesse werden in den politischen und gesellschaftlichen Debatten immer noch vielfach als Ausnahmen angesehen, als singuläre Ereignisse, die von einer als Normalfall angenommenen Sesshaftigkeit abweichen. Doch die Ergebnisse der Migrationsforschung zeigen, dass Migrationsprozesse zentrale Bestandteile gesellschaftlicher Entwicklungen und menschlicher Biographien sind. In den Aufnahmegesellschaften führen rechtliche, politische, kulturelle und gesellschaftliche Differenzierungen zwischen MigrantInnen und Einheimischen vielfach zu einer Verstärkung und Verfestigung von kulturellen und sozialen Unterschieden. In diesen Prozessen kommt es zur Ausbildung und Verfestigung spezifischer kultureller Identitäten. Die bestehenden Formen von Diskriminierung und Abgrenzung verweisen dabei auf historische Kontinuitäten, in denen sich diese Unterscheidungen zu kulturellen Handlungs- und Deutungsmustern ausgebildet haben. Zusammen mit Geschlecht und sozio-ökonomischen Bedingungen bilden sie die Grundlage von individuellen und kollektiven Identitätsbildungsprozessen. Für die Entwicklung von Identitätsbildungsprozessen sind jedoch nicht nur die Ausübung von Dominanz und Herrschaft, also Prozesse der Aufwertung des Eigenen und der Abwertung des Fremden, wichtig, sondern ebenso die Abwehr und Widerständigkeit gegen diese Zuschreibungen. Im Zentrum der Tagung „Migration, Kultur und Identität“ stehen daher folgende Fragestellungen:
1) Auf welche Weise beeinflussen sich Migrationsbewegungen und Identitätsbildungsprozesse in den modernen Gesellschaften?
2) Welche Einflüsse haben Migrationsbewegungen auf die geschlechtsspezifischen Formen der Entstehung und Veränderung von Identitäten und Identitätsbildungsprozessen?
3) Welche Formen von Identitätsbildung finden sich bei der „ersten, zweiten ... x-ten Generation“ von MigrantInnen?


Institut für Regional- und Migrationsforschung (IRM)

Das Institut für Regional- und Migrationsforschung (IRM) e.V. ist ein sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut. Für die Aktivitäten des Institutes bildet die Region – vor allem die Region Trier-Saar-Lor-Lux – einen wichtigen Bezugspunkt, um die Bedeutung von Migrationsprozessen für regionale Entwicklungen aufzuzeigen und in ihrer Relevanz zu analysieren. Weitere Informationen unter: www.irm-trier.de


Veranstaltungsort:
VHS-Bildungszentrum, Palais Walderdorff/ Domfreihof 1b, 54224 Trier

Kontakt:
Institut für Regional- und Migrationsforschung (IRM)
contact@irm-trier.de, www.irm-trier.de
Heinrich Böll Stiftung Rheinland-Pfalz,
Martinsstr. 2, 55116 Mainz
Tel.: 06131/905260
mainz@boell-rlp.de; www.boell-rlp.de

Für die Tagung ist eine Anmeldung erforderlich (bitte per Email an: contact@irm-trier.de), mit der Anmeldung ist eine Tagungsgebühr von 20 € auf das Konto der Heinrich Böll Stiftung RLP (Sparkasse Rhein-Haardt, BLZ 546 512 40, Kto. Nr. 151 253 70) mit dem Stichwort Tgung Migration 57/05 zu überweisen.

Veranstaltende:
Institut für Regional- und Migrationsforschung (IRM)
Heinrich-Böll-Stiftung RLP
Centre de Documentation sur les Migrations Humaines (Düdelingen/ Lux.)

KooperationspartnerInnen:
Volkshochschule der Stadt Trier,
DGB Region Trier,
Universität Trier, FB IV Ethnologie,
Universität Trier, FB II Japanologie,
Universität Trier, FB II Jiddistik,
ASTI – Association de Soutien aux Travailleurs Immigrés (Luxemburg)


Die Tagung findet im Rahmen eines bundesweiten Kooperationsprojektes von Heinrich Böll Landesstiftungen und der Heinrich Böll Bundesstiftung unter dem Titel „Kultur, Identität und Religion“ statt.

Preis